Liebe Verwaltung, so geht das nicht.

Am Montag, den 29.5.2017, standen als großer Punkt auf der Tagesordnung des Kultur-, Sozial- und Sportausschusses der Gemeinde Stelle die Umbaumaßnahmen im Familien- und Seniorenzentrum.

In der Vergangenheit wurde dieses Haus gekauft, um eine Begegnungsstätte für alle Steller Bürger – das Familienzentrum – einzurichten. Dieses soll eine Art offenes Haus und kein Vereinshaus eines oder mehrerer Vereine sein.

Der Ausschuss hat einstimmig die Umbaumaßnahmen beschlossen. Das heißt sobald die Gelder bereitgestellt sind, werden der Gemeinschaftsbereich vergrößert, ein kleinerer Raum durch eine Wand abgetrennt, der Sanitärbereich erneuert und eine Rollstuhlrampe am Haupteingang angebracht. Das wird allerdings noch dauern, denn das Vorhaben wird voraussichtlich erst in den Haushaltsberatungen 2018 berücksichtigt werden können.

Warum passiert das? Nun, die Politik hat sich über alle Parteien hinweg für dieses Vorhaben ausgesprochen, aber die Verwaltung hat es nicht geschafft die notwendige Vorarbeit zu leisten. Im Dezember letzten Jahres fand im entsprechenden Gebäude eine Begehung statt. Daraufhin wurde ein Plan vorbereitet, allerdings im März 2017. Drei Monate später. Zu diesem Zeitpunkt waren die Haushaltsplanungen schon so gut wie abgeschlossen und auch der Ausschuss hatte schon über die Produkte im Haushalt für den Teilplan Kultur-, Sozial- und Sportausschuss beschieden. Hätte man hier zügiger gearbeitet, hätte man schon Anfang des Jahres über dieses Projekt entscheiden können. Dieses Versäumnis trägt zum großen Teil dazu bei, dass sich die Umsetzung verzögert.

Aber auch die mangelnde Sitzungsvorbereitung durch die Verwaltung war nicht unbedingt zielführend. Weder das Protokoll über die Begehung, noch eine Kostenaufstellung wurde den Ratsmitgliedern zur Vorbereitung zugeleitet. Während der Sitzung konnten einige Fragen nicht abschließend geklärt werden. So konnte die Verwaltung die Kosten für die einzelnen Teilprojekte nicht aufzeigen oder genau beziffern und auch die Frage, ob die neu geschaffenen Sanitärbereiche von der Aufsichtsbehörde im Landkreis Harburg in der derzeitigen Fassung überhaupt abgenommen würden, blieb offen.

Fasst man diese Versäumnisse zusammen, bleib nur eines zu sagen: Liebe Verwaltung, so geht das nicht. Wenn man eine schnelle Entscheidung der Politik wünscht, muss diese inhaltlich vorbereitet sein und man sollte zumindest grundlegende Nachfragen beantworten können.

Wenn man dann noch bedenkt, dass auf der Jahreshauptversammlung der Senioren Miteinander e.V. im März diese Umbaumaßnahmen als Fakt vorgestellt und begrüßt werden, aber die Entscheidungsträger im Ausschuss diese Pläne erst zwei Monate später erhalten, muss man noch ergänzen: Das ist ganz schlechter Stil und so geht man mit den gewählten Ratsfrauen und Ratsherren als Vertreter der Steller Bürger nicht um.

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